Heinz-Sielmann-Schule

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 "Schmetterlingsfreundlicher Schulgarten"

Zum Jubiläum wurde die Heinz-Sielmann-Schule ausgezeichnet

 

Oerlinghausen (kd). "Die Heinz-Sielmann-Schule in Oerlinghausen ist sehr engagiert. Sie trägt ihren Namen zu Recht", meinte Bernd Milde. Am Jubiläumstag war der Vorsitzende des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) im Kreis Lippe gekommen, um der Sekundarschule eine besondere Auszeichnung zu überreichen.

Seit 20 Jahren trägt die Oerlinghauser Sekundarschule den Namen des Naturfilmers Heinz Sielmann. Mit seiner Fernsehsendung "Expeditionen ins Tierreich" setzte er sich für bedrohte Arten und ihre Lebensräume ein. Auf Anfrage übernahm er die Patenschaft für die Schule. Es war damals die erste in Deutschland, die seinen Namen trägt. "In diesen 20 Jahren haben wir uns immer mehr den Themen Umwelt und Natur gewidmet", sagte Schulleiter Christian Landerbarthold. Jüngstes Beispiel sind die drei Projekttage, die an das Jubiläum der Namensgebung erinnerten.

So beschäftigte sich die Klasse 8b mit der Frage "Was kann ich gegen den Klimawandel tun?" Aus eigener Erfahrung und durch Lektüre trugen die Schülerinnen und Schüler zahlreiche Tipps zur Ernährung und zum Energiesparen zusammen. Sie empfahlen, ausschließlich Produkte aus der Region und entsprechend der Saison zu verwenden. Auf Plakaten hielten sie die Ratschläge fest, die Räume nur stoßweise zu lüften, das Licht zu löschen, wenn es hell wird, nicht zu viel zu drucken.

Die 8a hatte einen Ausflug in den Wald unternommen und Moos, Blätter Tannenzapfen und Kastanien gesammelt. Daraus legten die Schülerinnen und Schüler in ihrem Klassenraum einen kleinen Pfad an. In geschlossenen Kästen konnten die verschiedenen Materialien ertastet werden. "Wenn man hier hereinkommt, soll man sich so wie im Wald fühlen", meinten die Schülerinnen Izem Gökce und Nursevil Baba.

Spuren von Wolfstatzen führten in den Klassenraum der 7d. Sie wiesen auf ein brisantes Thema hin: In Rollenspielen setzten sie sich mit der Frage auseinander, ob Wölfe geduldet werden sollen. Die Argumente von Anwohnern, Naturschützern und Schäfern prallten aufeinander. Während die einen auf wirtschaftliche Schäden hinwiesen, betonten die anderen die Vorteile für die Artenvielfalt. "Die meisten von uns möchten aber, dass die Wölfe bleiben", berichteten Colin und Fabio. "Wir haben herausgefunden, dass Wölfe nicht so schlimm sind, wie manche denken."

Vor einem Jahr hatte eine Schüler-Arbeitsgruppe mit der Lehrerin Regine Schulze damit begonnen, einen Garten anzulegen. Sie entsiegelten die Fläche, legten Nutzbeete an, bauten eine Kräuterspirale und pflanzten Wildblumen."Wir waren der Meinung, dass aus dem kahlen Innenhof etwas Sinnvolles entstehen sollte", berichtete Regine Schulze. Seither sind jeden Freitag in der sechsten Stunde zwölf Schülerinnen und Schüler im Garten beschäftigt. Die Kräuter werden für die Speisen in der Mensa verwendet und auch während der Projekttage spielten sie eine wichtige Rolle. Die Fünftklässler ernteten Minze und machten daraus Kräuterlimonade. Die 10a suchten gemeinsam mit ihrer Lehrerin Alexandra Spilker Rosmarin, Salbei, Minze, Thymian und Schnittlauch zusammen, trockneten und zerkleinerten die Pflanzen, um daraus Kräutersalz herzustellen. Schließlich wurde auch der Nabu auf den Schulgarten aufmerksam. Er biete eine ideale Nahrungsquelle für Schmetterlinge. Aus diesem Grund überreichte Milde der Heinz-Sielmann-Schule im Auftrag des Nabu-Landesverbandes die Plakette "Schmetterlingsfreundlicher Garten". Schon seit längerem besteht eine Zusammenarbeit. Unter anderem pflegten Schülerinnen und Schüler eine Fläche des Nabu im Steinbruch. Und nach den Herbstferien sollen für den Schulgarten "Insektenhotels" als Nisthilfen gebaut werden.

Lippe aktuell vom 14.10.2017 | Ausgabe-Nr. 41B