Sielmänner auf Geschichtsexkursion im Stalag 326 VI Senne

Im Rahmen ihres Geschichtsunterrichtes besuchten die vier neunten Klassen der Heinz-Sielmann-Schule jüngst die Dokumentationsstätte Stalag 326 VI-Senne und die nahe gelegene Kriegsgräberstätte Stukenbrock. Ziel war es unter anderem, außerschulische Lernorte zu historischen Themen wie NS-Zeit und den Kriegsverlauf in OWL kennenzulernen und Informationen über die Grauen des Krieges vor der Haustür zu erhalten. Das Gelände in der Senne, auf dem sich heute die Polizeischule befindet, diente von 1941 bis zur Befreiung durch die Amerikaner am 2. April 1945 als Stammlager für überwiegend sowjetische Kriegsgefangene. In der heutige Dokumentationsstätte, die im ehemaligen Arrestgebäude des Stalag 326 eingerichtet ist, bekamen die Sekundarschüler in der Ausstellung Bilder zu sehen, die die Lebensbedingungen der Inhaftierten zeigen. Sie zeugen von Elend, Hunger und schlimmsten hygienischen Bedingungen, denen viele tausend Menschen - auch Kinder - zum Opfer fielen. Neugierig und etwas befangen gingen die Sielmänner auch durch das ehemalige Entlausungsgebäude. Hier zeigte sich auch wieder, dass die konkrete Begegnung mit einem historischen Ort immer einen besonderen Eindruck hinterlässt. Keiner der Jugendlichen konnte sich vorstellen, dass Menschen mit anderen Menschen so grausam umgehen können. Einen nachhaltigen und beklemmenden Eindruck hinterließ anschließend auch der Besuch der Kriegsgräberstätte, die rund 1,5 Kilometer von der Dokumentationsstätte entfernt liegt. Die vielen Reihen von Massengräbern dokumentieren schonungslos die großen Ausmaße des Sterbens. Nachdenklich stimmte die Oerlinghauser Schülerinnen und Schüler auch die Geschichte hinter den Opfern, die ihnen von den ehrenamtlichen Mitgliedern des Vereins Dokumentationsstätte Stalag 326 erzählt wurde. Am Ende der Exkursion waren sich alle Teilnehmer einig. Ein Besuch dieses außerschulischen Lernortes eignet sich gut, um Schülerinnen und Schüler die Kriegsgeschehnisse, die vor der Haustür stattfanden, zu vermitteln. Er gehört auf jeden Fall in den schulinternen Lehrplan der Heinz-Sielmann-Schule und ist ein wichtiger Beitrag für die Aufarbeitung der Gräueltaten der Nationalsozialisten und für die Friedenserziehung der heutigen Jugend.

Foto (Christian Landerbarthold).
Zu einem Besuch der Dokumentationsstätte Stalag 326 gehörte auch der Besuch der Kriegsgräberstätte. Ehrenamtliche Mitglieder des Vereins Dokumentationsstätte Stalag 326 informierten die Sielmänner über die Schicksale der tausenden Opfer, die auf dem Friedhof begraben sind.