Oerlinghauser Jugendfeuerwehr erhält besondere Chemiestunde in der HSS


Sie sind die Feuerwehrleute von morgen. Die Kinder und Jugendlichen der Jugendfeuerwehr des Löschzugs Oerlinghausen der Freiwilligen Feuerwehr. Im Rahmen ihres Dienstes waren die Jungen und Mädchen jetzt zu Gast in der Heinz-Sielmann-Schule, der kleinen Gesamtschule in Oerlinghausen. Gemeinsam mit Feuerwehrfrau Kirsten Hanekamp hatte Chemielehrerin Elsa Rieger ein spannendes Mitmach- und Experimentierprogramm vorbereitet, mit dem Ziel Gefahren im Einsatz anhand von Experimenten begreifbar zu machen. Durch anschauliche Demonstrationen sollten die Kinder und Jugendlichen für typische Risiken bei Bränden und Feuerwehreinsätzen sensibilisiert werden. An erster Stelle standen dabei die Grundlagen der Verbrennung. Damit eine Verbrennung beginnen kann, müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein: ein brennbarer Stoff, Sauerstoff sowie eine ausreichend hohe Temperatur, beispielsweise durch einen Funken oder das Erreichen der Selbstentzündungstemperatur. Ist die Verbrennung einmal gestartet, kann sie durch das Entfernen eines dieser drei Faktoren gestoppt werden: durch Entzug des Sauerstoffs, durch Entfernen des brennbaren Materials oder durch Absenken der Temperatur. Zum Löschen wird häufig Wasser eingesetzt. Aufgrund seiner hohen Wärmekapazität kann Wasser viel Wärme aufnehmen und dadurch die Temperatur des Brandes senken. In der Feuerwehrpraxis, erzählt Kirsten Hanekamp, wird jedoch meist kein reines Wasser verwendet, sondern Wasser mit zugesetztem Schaummittel. Dieses reduziert die Oberflächenspannung des Wassers, sodass es sich besser verteilt und leichter in Materialien eindringen kann. Eine weitere Gefahr, denen Feuerwehrleute regelmäßig ausgesetzt sind, kommt von Druckgasflaschen an Einsatzstellen. Wird eine solche Flasche erhitzt, dehnt sich das enthaltene Gas aus und der Druck im Inneren steigt stark an. Irgendwann kann die Flasche diesem Druck nicht mehr standhalten und es kommt zu einer Explosion. Dieses Prinzip demonstrierte Pädagogin Elsa Rieger im kleinen Maßstab mit einem Experiment. Durch eine chemische Reaktion entstand Kohlenstoffdioxid, das sich in einem Filmdöschen ansammelte. Der steigende Druck führte schließlich dazu, dass das Döschen aufplatzte und weggeschleudert wurde. Die dabei erreichte Flughöhe verdeutlichte den Kindern und Jugendlichen eindrucksvoll, welche Kräfte bei der Explosion einer deutlich größeren Druckflasche wirken können. Zusätzlich besteht bei realen Flaschen die Gefahr von umherfliegenden Metallteilen, so Feuerwehrfrau Kirsten Hanekamp. Im weiteren Verlauf des rund zweistündigen Experimentierabends standen schließlich noch die Staubexplosion und das Löschen eines Fettbrandes auf dem Programm sowie der Kamineffekt, der immer wieder in Treppenhäusern und Schächten relevant ist und für alle Anwesenden im Gebäude eine große Gefahr darstellt. Im Beisein von Schulleiter Christian Landerbarthold und dem stellvertretenden Wehrführer Sebastian Köster sowie weiterer Feuerwehrleute zogen Kirsten Hanekamp und Elsa Rieger ein äußerst positives Fazit des Abends, der im April dann noch einmal eine Wiederholung erfährt, wenn sich die älteren Mitglieder der Jugendfeuerwehr den spannenden Experimenten und Herausforderungen der Chemie stellen.

 


Foto (Christian Landerbarthold):


In kleinen Experimenten beschäftigten sich die Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr mit den Grundlagen der Verbrennung. Kirsten Hanekamp und Elsa Rieger sensibilisierten den Feuerwehrnachwuchs für die Risiken bei Bränden und Feuerwehreinsätzen.